Geschichte
  
Massage ist wohl die älteste und einfachste Gesundheitspflege. Alte ägyptische Tempelmalereien zeigen schon Menschen bei der Massage, in alten chinesischen und indischen Schriftrollen wird ihr Nutzen bei Krankheiten und Verletzungen beschrieben. Griechische und römische Ärzte schätzten sie als wichtigste Schmerzbehandlung: Julius Cäsar erhielt täglich eine Massage wegen seiner Neuralgien.
  
Im 5. Jahrhundert v. Chr. schrieb Hippokrates, der Stammvater der Medizin: „Ein Arzt sollte in vielerlei Hinsicht erfahren sein, aber ganz gewiss im Reiben … denn Reiben kann ein lockeres Gelenk zusammenhalten und ein verkrampftes wieder lösen.“
  
Indische Ayurveda-Medizin kennt die erstaunliche Wirkung einer Massage mit Aromaölen und Gewürzen. Da Massage die Sinne stimuliert und natürlich auch zu einem interessanteren Sexualleben beitragen kann, hat die Kirche im Westen die Massage schon seit Jahrhunderten als etwas Anrüchiges, wenn nicht gar Sündiges angesehen.
  
Erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der schwedische Masseur Per Henrik Ling wieder die therapeutische Möglichkeiten der Massage. Mit der Gründung der Society of Trained Masseurs in England 1894 war die Physiotherapie geboren, ein Abkömmling der Ling-Methode.
  
Während des ersten Weltkriegs wurden Patienten mit Nervenverletzungen o.ä. massiert – bis 1934 besaß das St. Thomas Hospital in London eine Massagestation. Der Erfolg medizinischer Technologie verdrängte sie aber bald wieder, die Therapeuten bevorzugten immer mehr elektrische Instrumente zur Gewebs-stimulation.
  
Gleichzeitig gingen Bordelle als „Massagesalons“ getarnt auf Kundenfang und brachten die Massage in Verruf.
  
Heute wächst das Bewusstsein für ihren Wert und therapeutischen Nutzen wieder. In England und in den USA binden Krankenschwestern sie in die herkömmliche Gesundheitspflege ein, Massage gehört heute zu vielen Ausbildungsprogrammen für Krankenpflege.
  
  
Auch auf Intensivstationen wird sie beliebter: bei Kindern, älteren Menschen, Frühgeborenen, Patienten mit Krebs, Aids, Herz- oder Schlaganfällen. Mehr als 90 % der englischen Hospize bieten Körpertherapie an, Gesundheitszentren, Sucht- und Schmerzkliniken folgen ihrem Beispiel.
  
Auch bei der Aromatherapie, Heller-Arbeit, Fußzonenreflexmassage, Rolfing und Osteopathie wird massiert.
  
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